Das Museum im Rathaus

Kurzbeschreibung der Museumsräume

 

Die Räume im ersten Stock:

Raum 1 - Die Zeit vor 1800


Zimmer 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Flachsbrech wurden die Halme gebrochen, damit die Holzanteile des Stengels abfallen. 

 
Das Allgäu war ursprünglich bewaldet. Es musste gerodet werden, um dort siedeln
zu können. Das war etwa im 11. Jahrhundert.


Ein Getreidemaß (Metzen) und ein Dreschflegel zeugen vom Ackerbau in
Oberreute bis ins 20. Jahrhundert. Alles zur Ernährung Notwendige musste selber
angebaut werden.


Im Jahre 1830 wurde fast ein Viertel der Gemeindefläche als Ackerland genutzt. Die
gesamte landwirtschaftliche Erzeugung wurde ausschließlich für den Eigenbedarf
benötigt.


Auch Flachs ( Lein) wurde über Jahrhunderte angebaut. In mühsamen,
aufwendigen Arbeitsgängen wurde aus den Pflanzen Garn und schließlich Leinen
hergestellt.

 

 

 

 

 

Raum 2 - Kirchengeschichte, Stiftungswesen


 Zimmer 2

 
In der Mitte des Raumes steht das alte Turmuhrwerk unserer Kirche. Es wurde 1885
von der Firma Gebr. Fendt, Markt Oberdorf gebaut.


In diesem Raum hängt ein Bild von Kleophas Fink (1862-1935), einem Bürger
von Oberreute. Nachdem die „AS“ – Glocke für den I. Weltkrieg eingeschmolzen
werden sollte, brachte Kleophas Fink nachts die Glocke mit Hilfe zweier
Kriegsgefangener Franzosen nach Unterreute und vergrub sie im Moor. Als der Krieg
zu Ende war, stand plötzlich die Glocke wieder bei der Kirche und wurde mit großer
Freude auf den Turm gezogen. Somit war Kleophas Fink der Retter dieser
kulturhistorisch wertvollen Glocke.

 

 


Raum 3 


Das Elternschlafzimmer (das Gaden) befand sich im Bauernhaus neben der Stube. 

Bemalte Möbel wie hier im Raum waren bis zum 18 Jahrhundert üblich. Die Möbel
aus Fichtenholz hielten ein ganzes Leben und waren ebenso wie die Bekleidung und
die Wäsche, die sie im Schrank sehen, sehr wertvoll.

Der ganze Stolz jeder Braut war ein gut gefüllter Wäscheschrank.

Das Ehebett mit Himmel erscheint uns schmal und kurz. Es entsprach aber der
damaligen Körpergröße der Menschen. Man schlief in halb sitzender Haltung auf
einer vom Sattler im Ort hergestellte Kastenmatratze mit Federn. Oft wurde auch (wie
im Kinderbett) auf einem „Healbesack“ geschlafen, das war ein Bezug gefüllt mit der
Spreu vom Getreide.


Da der Weg zur Toilette meist recht weit war, durfte der Nachttopf unter dem Bett
nicht fehlen. Für Kranke und Gebrechliche gab es einen Nachtstuhl.

 

 

 

Raum 4 - Die Stickerei in Oberreute


 Zimmer 4

 
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Handstickerei eingeführt.


Ab ca. 1870 kamen auch in unser Gebiet die einnadelige Kettenstich-Stickmaschine (siehe Bild oben)
wie hier im Raum eine steht. Bei dieser Kurbelmaschine steuerte die Stickerin mittels der rechts unter
Arbeitsplatte befindlichen Handkurbel. Mit dieser Maschine die nur im Kettenstich
arbeitete, konnte das Dreifache geleistet werden, gegenüber der Handstickerei.


Diese Lohnstickerei nahm rasch zu, auch Männer stickten mit der Maschine.

 

 


Raum 5  -Küchengeräte


Zimmer 5 

 

In diesem Raum Küchengeräte aus vergangenen Zeiten ausgestellt:

 

Die Küche betrat man in alten Bauernhöfen direkt über die Haustürschwelle. Sie
war auch gleichzeitig der Flur, von welchem Türen in Stube und „Gaden“, sowie auch
in den Schopf oder Stall führten. Eine steile Holztreppe führte ins Obergeschoss,
einen Bodendeckel mußte man anheben, wenn man zu den Vorräten in dem
niedrigen Kellerraum wollte. Auf der Seite zur Stube hin befand sich die Feuerstelle
für den Lehm- oder Kachelofen in der Stube, daneben das offene Herdfeuer mit dem
nach unten trichterförmig erweiterten Kamin.

 

 

 


Raum 6


 Zimmer 6

Auf dem Deckel des Stehpultes der Schule Schnellers haben sich die Lehrer eingetragen.

 

Dieses Haus hier wurde 1815 als Schule gebaut. Im ersten Stock sollte die
Lehrerwohnung sein, wurde aber von 1827 bis 1948 als Kaplanswohnung genutzt.
Viermal bauten die Oberreuter ein neues Schulhaus 1737, 1815, 1877/78 und
1951/52. Dazu gab es bis 1968 die Filialschule in Schnellers, die Kinder aus Zellers
gingen zeitweise in Hermannsberg (Österreich) zur Schule.

 

 

 

Die gute Stube


Die Stube verbreitete seit jeher eine heimelige Atmosphäre.

Mit Fichtenholz waren meist die Decke und auch Wände vertäfelt. Der Boden bestand aus breiten Dielen 
etwa 10 cm stark, mit Nut und Federn oder Dübeln verbunden, aber ohne Balkenlage darunter.

 

In einer Ecke befindet sich der Ofen, oft wie hier als Lehmofen, gebaut mit Befeuerung von der Küche, bzw. Flur aus.

 Die Ofenstangen dienten zum Kleider trocknen. Um den Ofen gab es meist eine Ofenbank. Und anschließend an der Wand
zur Küche ein Sofa, darüber ein Wandteppich. Neben der Türe, die zum Schlafzimmer, zum „Gaden“ führte, hing oder
stand links die Uhr, rechts das Barometer.
Die Bauernstube war zugleich auch Arbeitsraum für die Flachsverarbeitung, Spinnen
von Schafwolle oder Körbeflechten.

 

  

 

Handwerk und Landwirtschaft im 2. Stock (Kulturtreff)


 Handwerk 2. Stock


Im Dachgeschoß sind größere Gerätschaften von Handwerk und Landwirtschaft
ausgestellt.


Eine umfangreiche Sammlung verschiedener Gegenstände aus dem Handwerk
befindet sich hier. Die Bandsäge, eine Nabenbohreinrichtung und verschiedene
Lehren aus dem Besitz eines Wagners. Daneben stehen die Gerätschaften des
Küfers mit einem 3 Meter langen Hobel zum Ausrichten der Faßdauben. Auch die
Wasserleitungen von der Quelle zum Brunnen am Haus wurde selbst hergestellt.
Dichel wurden die Rohre aus Holz genannt, Dichelbohrer liegen neben alten Dicheln.
Der Bschniedesel war eine universell einsetzbare Einrichtung, zum Beispiel .
Schreiner und Zimmerleute brauchten eine Unmenge verschiedener Werkzeuge, die
auf und um die Hobelbank ausgestellt sind.


Die Exponate füllen die Dachschrägen und die beiden Giebelseiten. Die Mitte des
Raumes wurde freigehalten für Sonderausstellungen, Konzerte und andere kulturelle
Veranstaltungen.

Öffnungszeiten Museum im Rathaus

Vom 1. Mai bis 1. November jeden ersten Donnerstag von 16 Uhr bis 18 Uhr . Oder nach Vereinbarung, Telefon 08387-2253.